Island Tag 5: Zurück unter Menschen – Vom Geysir in die Blaue Lagune

8. Juli 2014 10:58 | von
Geysir Strokkur

Geysir Strokkur ©

Der letzte Tag an der Südküste Islands steht ganz im Zeichen der Sehenswürdigkeiten, die jede Postkarte zieren, vor denen sich Individualreisende immer ein bisschen drücken, die im Falle Islands aber trotzdem einen Abstecher wert sind. Von Hella aus geht es daher zum Geysir, einer heißen Springquelle. Spätestens jetzt ist es selbst in der Nebensaison mit der Einsamkeit vorbei. Auch aufgrund der Nähe zu Reykjavík ist der Parkplatz am riesigen Besucherzentrum voll mit Reisebussen und Mietwagen. Über die Straße schieben sich die Touristengruppen auf das gegenüberliegende Thermalfeld. Vorbei an gluckernden Tümpeln und köchelnden Pfützen geht es zum Strokkur, einer Springquelle, aus der zuverlässig etwa alle fünf Minuten Wasser bis zu 30 Meter in die Höhe schießt. Ein Foto wert sind auch die vielen Menschen, die, wie zu Salzsäulen erstarrt, ihre Kameras auf die Quelle richten, um dann hoffentlich beim nächsten Ausbruch rechtzeitig das Knöpfchen zu drücken. Zugegeben, wenn das Wasser dann mit einem lauten Zischen eruptiert, ist man auch als Besucher, der Massentourismus eher kritisch gegenübersteht, ziemlich beeindruckt.

Ein Stückchen vom Strokkur entfernt liegt der eigentliche Star der Anlage, der Große Geysir, aus dem das Wasser bis zu 80 Meter in die Luft geschleudert wird. Allerdings passiert das nur noch sehr unregelmäßig. Wer also keine Engelsgeduld mitbringt oder das Glück hat, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, wird auf dieses Schauspiel leider verzichten müssen.

Donnernde Wassermassen am Gullfoss

Wasserfall Gullfoss

Wasserfall Gullfoss ©

Nur wenige Minuten mit dem Auto vom Geysir entfernt befindet sich die nächste Touristenattraktion: der riesige Wasserfall Gullfoss. Was den Andrang angeht, bietet sich hier ein ähnliches Bild wie an der Springquelle. Trotzdem lohnt es sich, den markierten Weg bis zum Ende im Entenmarsch mit hunderten anderen zu laufen. Denn das Panorama und die tosenden Wassermassen sind einen Blick und (mindestens) ein Foto wert.

Die Blaue Lagune (Bláa Lónið): Highlight zum Schluss der Island-Reise

Blaue Lagune

Blaue Lagune ©

Wer noch am Abend den Flieger zurück in die Heimat nehmen muss, gibt sein Mietauto wenn möglich direkt am Flughafen ab. Auf diese Weise kann man unterwegs noch einen Zwischenstopp an einem der wohl populärsten Orte Islands einlegen: der Blauen Lagune (Bláa Lónið). Der Name ist Programm: Inmitten von rauer Landschaft aus schwarzer Erde und erstarrter Lava liegt das türkis-blaue Thermalbad, in dem es sich bei molligen 38 Grad Wassertemperatur das ganze Jahr über herrlich planschen lässt. Strapazierte Haut kann hier mit Silikatschlamm verwöhnt werden, der in Trögen am Beckenrand bereit steht. Eine Bar im Pool versorgt die Badenden mit alkoholischen Getränken und Soft-Drinks. Wer sich das ultimative Verwöhn-Programm gönnen will, ist mit Dampfbädern, Sauna und Whirlpool bestens bedient. Wellnessbehandlungen wie Massagen müssen allerdings rechtzeitig im Voraus gebucht werden.

Ja, die Lagune ist ein Touristenmagnet. Ja, alles ist superschick und durchorganisiert. Und ja, die Eintrittspreise sind mit knapp 40 Euro pro Person astronomisch. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem, denn ob man es zugibt oder nicht: die Wenigsten werden sich der Faszination dieses Ortes entziehen können und vermutlich so entspannt am Terminal ankommen wie selten zuvor.

Übernachtung in der Nähe des Flughafens in Keflavík

Island-Reisende, die erst am frühen Morgen am Flughafen sein müssen, können noch bis 20 Uhr in der Lagune verweilen. Anschließend bietet es sich an, für die letzte Nacht ein Zimmer direkt in Keflavík zu mieten. Die Abflughalle ist von hier aus in fünf Minuten Fahrtzeit zu erreichen und die meisten Hotels bieten einen kostenlosen Shuttleservice zu jeder Tag- und Nachtzeit an.

Zu empfehlen ist das Hótel Keflavík. Wer online bucht, kann hier ein echtes Schnäppchen machen und ein Vier-Sterne-Doppelzimmer inklusive Frühstück schon für 70 Euro ergattern. Die großen, bequemen Betten laden dazu ein, beim Betrachten der unzähligen Landschaftsfotos, die in den zurückliegenden Tagen entstanden sind, in Erinnerungen zu schwelgen, noch fix die letzten Postkarten zu schreiben oder – und das ist sehr wahrscheinlich – schon mal Pläne für den nächsten Island-Aufenthalt zu schmieden.

Text & Bilder © Katja Thiede

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